wenn man aus israel zurück fliegt, muss man drei stunden vor abflug am flughafen sein. für die meisten menschen bedeutet das drei stunden langweilige wartezeit. nicht so für mich.
ich steige aus dem taxibus aus, hab nicht alle meine sachen in der hand, und werde schon vom ersten sicherheitsbeamten angehalten. passport? ja klar, moment. nach eingehender betrachtung meines fotos (ja, ich weiß, ich habe da eine andere brille), ist er so nett und lässt mich das fluhafengebäude betreten.
(alle anderen, die mit mir im bus saßen, sind längst drinnen.)
man muss durch die erste sicherheitskontrolle, bevor man überhaupt den schalter erreicht. ich finde die für mich zuständige warteschlange, werde von einer dame in blauer uniform von oben bis unten angeguckt. kopfschütteln. nein, du stellst dich da drüben an.
was ist los? was hab ich an mir?
fragerunde nummer eins. du hast aber nicht die gleiche brille wie auf dem foto! seit wann bist du hier? warum so lange? oh, du hast kunst studiert? das ist ja interessant. was denn? malst du? oder machst du skulpturen?
und ich dachte nur: DAS ghört zu den fragen? wollt ihr gar nicht wissen, ob und wie lange ich in den palästinensischen autonomiegebieten unterwegs war?
als nächstes bleibt meine tasche minutenlang im röntgengerät. als sie raus kommt, teilt mir eine weitere sicherheitsameise mit, dass ich mich bitteschön da drüben anstelle, eine durchsuchung ist nötig.
fragerunde nummer zwei. seit wann bist du hier? warum so lange? oh, du hast kunst studiert?
...
dann wird meine tasche auseinander genommen. komplett.
was ist das?
eine radiernadel.
was? und was ist das?
eine druckplatte.
aha?
naja... ich hab.... kunst studiert, und...
achja, stimmt. alles ok.
endlich ist sie fertig, murmelt was von 'sorry for the balagan', und ich stehe zum zweiten mal an diesem tag vor dem problem, alles wieder irgendwie in dieser tasche unterzubringen.
endlich, ich darf einchecken.
dachte ich.
nein, ich werde von zwei neuen sicherheitsameisen zum schalter begleitet. zum sicherheitsschalter. da krieg ich mein ticket und meine tasche kriegt ihren aufkleber, aber ich warte vergeblich darauf, dass sich das band bewegt, und sie sich schon mal richtung flugzeug bewegt.
die frau am schalter sagt: deine tasche nimmst du wieder mit. da vorne, um die ecke, da ist ein aufzug für "spezielles gepäck". ich setz mich in bewegung, und sie ruft den beiden anderen ameisen auf hebräisch zu: "ihr lasst die doch nicht etwa allein gehen??" und schon ist meine persönlich eskorte wieder da.
nachdem ich die tasche abgegeben habe, folgt das gleiche spiel noch einmal.
diesmal mit meinem handgepäck. ich warte eine halbe ewigkeit, und auf einem info-bildschirm neben mir wird gezeigt, wie die sicherheitskontrolle ablaufen soll.
nachdem der dümmlich grinsende schauspieler mit seinem roten tshirt die kontrolle durch die unglaublich freundliche beamtin zum geschätzten dreiundzwanzigten mal durchlaufen hat, bin auch ich endlich fertig.
nicht ohne auskünfte über mein studium zu geben. (aha? mit öl? oder mit acryl?).
aber wenigstens ist mein laptop jetzt nicht mehr so staubig.
nachdem bei der handgepäckkontrolle jeder gegenstand, der ansatzweise scharf sein könnte, sorgfältig aussortiert wurde, finde ich im "größten duty-free-shop der welt" rasierklingen im sonderangebot.
irgendwann sitze ich im flugzeug und denke: das wars? das war ein jahr in israel? es kommt mir vor wie geträumt. als wär ich gar nicht weg gewesen. die tränen laufen, und die stewardess schenkt mir schokolade.

