Dienstag, 31. Januar 2012

malen

es gibt nicht viel neues. die letzte woche des semesters hat bereits angefangen, und ich bin froh, dass ich mich entschieden habe zu bleiben. und ihr kriegt statt text heute eine kleine auswahl meines künstlerischen auswurfs :)



Montag, 23. Januar 2012

neues visum

nachdem ich mich entschieden habe, ein weiteres semester hier zu bleiben, und alle damit verbundenen institutionen damit einverstanden waren, fehle, bis gerade eben, nur noch eins: ein neues visum.
ich bin also hin, zum ministerium für innere angelegenheiten, mit tausend zetteln und formularen, die letztendlich niemand sehen wollte.
die dame hinter dem schreibtisch nahm mich ohne begrüßung direkt ins verhör.
 
warst du schon mal hier?
 
nein
 
ist das das erste mal?
 
äh. ja?! (...hab ich nicht gerade die frage, ob ich schon mal hier war, verneint...?)
 
warum hast du den mädchennamen deiner mutter nicht auf dem formular eingetragen?
...
und hier, neben "nationality" steht nochmal "nationality". warum hast du nur das erste feld ausgefüllt? das ist doch wirklich einfachstes englisch, hier auf dem formular, oder? verstehst du das nicht?
 
ich hätte gern ein visum bis zum 31. august. 
 
ja? kriegst du aber nicht. ende juli. visum bis zum ende des semesters.
 
aber ich möchte noch ferien hier machen. 
 
dann kommst du eben ende juli und fragst noch mal. und dann gucken wir mal, ob du bleiben darfst.
 
warum? beim ersten mal war es doch auch kein problem.
 
beim ersten mal?! du hast gerade gesagt, du bist zum ersten mal hier!
 
ja. richtig. aber ein visum hab ich trotzdem schon mal beantragt. sonst müsste ich ja jetzt hier nicht das zweite visum beantragen. 
 
und was war da kein problem? 
 
ein visum zu bekommen, das länger gültig ist.
 
du hast also gelogen um das visum zu bekommen!!
 
nein...
 
das notier ich mir.
 
ich hab nicht gelogen. ich hab gar nichts gesagt. ich hab meine unterlagen zur israelischen botschaft geschickt, und die haben mir ein visum bis ende märz gegeben. 
 
ich habs aber schon notiert. tja. dann kannst du ja deine ferien jetzt machen, dann brauchst du ja im sommer nicht mehr hier bleiben. 
 
aber ich möchte noch im atelier arbeiten, auch wenn die vorlesungszeit vorbei ist.
 
arbeiten?! du hast keine arbeitserlaubnis! (und greift zum telefonhörer)
 
nein. im atelier. malen. arbeiten für mich. für die uni. 
 
(lässt den telefonhörer wieder los)
 
weißt du was, mädchen? es gibt hier regeln und gesetze. ich weiß nicht, wie das in deinem land ist, aber du bist hier in israel. und da hält man sich an die regeln und gesetze. 
 
(klebt das visum in meinen pass, gibt ihn mir zurück)
 
viel glück beim beantragen des dritten visums. wenn du hier unbedingt ferien machen willst. 
 
ich bin schon ein bißchen neugierig, wen sie hätte anrufen wollen, wenn ich sie in dem glauben gelassen hätte, dass ich schwarz arbeite...  aber eigentlich bin ich vor allem froh, dass ich meinen pass zurück habe und nicht mehr dort im büro sitze. 

 
aber keine sorge, es gibt auch nette dinge zu berichten:
 
ich hätte nie gedacht, dass ich dem fc bayern münchen mal etwas zu verdanken habe. bis gestern. ich habe wunderbare schuhe gefunden, für 200 schekel. hab sie anprobiert und stundenlang rumüberlegt, bis mir eingefallen ist, dass ich vielleicht mal nachgucken sollte, ob ich überhaupt genügend geld dabei habe. hatte ich nicht, ich konnte nicht mehr als 170 in meinem portemonnaie finden. da guckt der verkäufer mich an und fragt: 
 
wo kommst du her?
 
aus deutschland
 
aus deutschland? guck mal hier in die zeitung. fußball-ergebnisse. bayern münchen. die sind so gut! 170 schekel ist ok.

Samstag, 7. Januar 2012

ein wunderschöner ausflug

ich habe die letzten beiden tage in mitzpe ramon, 160km südlich von jerusalem in der wüste verbracht. ein paar professoren haben dort einen workshop für ca. 50 studenten veranstaltet. 
 
wäre ich im voraus zu dem informationstreffen gegangen, oder hätte mir zumindest den zettel durchgelesen, der, sogar auf englisch, überall in der uni an den wänden hing, hätte ich gewusst, dass es sich bei der veranstalung um einen tanzworkshop handelt, gekoppelt mit einem bau-dein-eigenes-instrument-kurs, und wäre wahrscheinlich nicht mitgefahren.
so dachte ich nur: oh, zwei tage wüste, cool, ich komm mit. 
 
pünktlich am tag vorher bin ich krank geworden. das ist etwas, das mir im nasskalten deutschen winter, mit temperaturen (mehr oder weniger deutlich) unter dem gefrierpunkt, nie passiert. und hier, wo ich gerade erst angefangen habe, darüber nachzudenken, ob ich mir eventuell eine jacke kaufen soll, habe ich plötzlich eine verstopfte nase, eine total coole whisky-stimme und ich huste wie ein alter mann. 
 
am donnerstag gegen mittag sind wir in mitzpe ramon angekommen, untergebracht waren wir aber nicht in der stadt, sondern in einer art industriegebiet, in einem riesigen hangar. ein sehr merkwürdiger ort. draußen war es irgendwie viel zu hell, und total ausgestorben, keine autos, keine menschen, keine hunde, nichts. 
 
drinnen haben alle total begeistert angefangen, instrumente zu bauen, ich hab stattdessen gezeichnet und mit der katze gespielt. später gabs dann einen "bewegungsworkshop", dem ich höchst skeptisch gegenüberstand. ich stand ihm tatsächlich gegenüber, mit verschränkten armen am rand des geschehens. aber ich wurde dann eingefangen und musste mitmachen. und ich war verdammt froh, als es vorbei war. der leiter des workshops war ein großer spaßvogel, und hat so viele witze auf kosten seines landes gemacht, dass es am ende nur noch ein weiterer grund zum fremdschämen war. 
 
danach haben uns einige mitglieder der tanzgruppe eine performance geboten, aber ganz ehrlich: ich kann mit ausdruckstanz nichts anfangen. ich verstehe nicht, was die da machen, oder warum sie es machen. was sie allerdings nicht davon abgehalten hat. 
 
als das vorbei war, gab es ein lagerfeuer, draußen, quasi in der wüste. oh, dachte ich, cool, endlich was gutes.
und dann? fings tatsächlich an zu regnen!
wir haben einen von zwei terminen im jahr erwischt, an denen es an diesem ort regnet... 
betrinken, so wie die anderen, klingt doch gut, dachte ich dann. aber da mein bier aufgrund meiner völlig zuen nase nach rein gar nichts geschmeckt hat, habe ich diese idee auch wieder verworfen.
 
in der nacht hatten wir dann ca. 2°C draußen - und drinnen. aber komplett angezogen und mit schlafsack habe ich es irgendwie überlebt. 
 
aber am nächsten morgen haben wir uns den grandiosen krater von mitzpe ramon angesehen, eine beeindruckende landschaft, die mich für den gesamten letzten abend entschädigt hat.


kurz bevor wie wieder in jerusalem ankamen, wurde uns noch mitgeteilt, dass wir am ende des semesters ein konzert mit unseren selbstgemachten instrumenten geben. ich kann nur hoffen, dass ich dann wieder krank bin. 

Mittwoch, 4. Januar 2012

och...

ich war total motiviert und habe einen schönen bloneintrag geschrieben.
dann hab ich alles aus versehen gelöscht. 


es ging um das und um das und um das 
aber jetzt hab ich keinen bock mehr, und ihr müsst warten bis samstag ;-)


sorry.