Donnerstag, 9. Februar 2012

kunst. auf der haut. auf der leinwand. hinter den kulissen. überall kunst.

dank einer mittlerweile recht guten freundin von mir hatte ich diese woche jede menge kunst. vor zwei oder drei wochen haben wir uns darüber unterhalten, ob es maler gibt, die uns als vorbilder dienen, und wenn ja, welche das sind. sie war sehr überrascht davon, dass ich die meisten künstler, deren arbeiten ich mag, gar nicht persönlich kenne. "warum rufst du sie nicht einfach an? dann könnt ihr euch verabreden. ihr könnt essen gehen und euch über die bilder unterhalten, oder euch direkt im atelier treffen."
ja, klar. nichts einfacher als das...
"nein, wirklich! ich hab das schon ganz oft gemacht. ich nehm dich beim nächsten mal einfach mit."
dienstag bin ich dann also nach tel aviv gefahren. abends waren wir in einem teil des dortigen museums, wo gerade eine wunderbare ausstellung mit aktueller malerei aus berlin zu sehen ist - hab ich ein bißchen heimweh? 
 
bei jedem ausflug nach tel aviv erinnert mich diese stadt mehr an eine kleine, dreckige, heruntergekommene version von new york. und am mittwoch, als wir nach dem aufstehen eine galerie in einem industriegebiet zwischen shapira und florentin im süden der stadt besucht haben, war dieser eindruck ganz besonders groß. und er wurde auch nicht kleiner, als wir ein riesiges gebäude betraten, das zur hälfte als parkhaus dient, und zur anderen hälfte, hinter riesigen schiebetüren aus stahl, ateliers in sich versteckt. dort waren wir dann. zwar nicht bei dem künstler, zu dem wir vorranging wollten (denn der befindet sich gerade im echten new york), aber bei jemand anderem. 
kaffee, kekse, bilder gucken. es war super.
ich hab beschlossen, ich probier das auch, wenn ich wieder in deutschland bin. matthias, tilo, neo, ich finde euch :-) aber bis dahin gibt es hier noch einige maler, denen wir in den nächsten wochen einen besuch abstatten.
 
vor mittlerweile vier wochen habe ich mich, ebenfalls in tel aviv, tätowieren lassen. und ich hab völlig vergessen, es zu erzählen. ein leerer, (mehr oder weniger) gelber post-it ist es diesmal geworden, plaziert auf meinem linken unterarm. man braucht schließlich immer einen leeren zettel.
 
merkwürdige dinge, heute auf dem weg vom atelier nach hause: 
dass es sich bei dem auto, das mit einer so unbeschreiblichen langsamkeit um die ecke kroch, dass die intensität und laustärke der hupen der nachfolgenden autos kaum auszuhalten war, um einen fahrschulwagen handelt, habe ich auf den ersten blick gesehen. aber... wieso hängt da eine auf links gedrehte boxershorts am rechten außenspiegel? 
 
und ich konnte ein halb mitleidiges und halb amüsiertes grinsen nicht unterdrücken, als ein muezzin, an dessen moschee ich genau in dem augenblick vorbei ging, als er anfing zu singen, so heiser war, dass er fast anfing zu husten. mitten im "allahu akbar". der arme. und ich dachte, der gesang käme in den meisten fällen vom band... 
 
morgen früh mache ich mich von jerusalem wieder richtung westen auf, allerdings nicht schon wieder nach tel aviv, sondern nach ashdod. auch am mittelmeer, aber ein paar kilometer weiter südlich. warum? ich hab das gefühl, ich verbringe hier viel zu viel zeit zuhause in jerusalem, es gibt noch so wahnsinnig viele orte in diesem land, die ich in den letzten viereinhalb monaten links liegen gelassen habe. zum beispiel ashdod. und außerdem ist beim dortigen museum of art der eintritt frei.
wenn das nicht grund genug ist. 

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