ich habe die letzten beiden tage in mitzpe ramon, 160km südlich von jerusalem in der wüste verbracht. ein paar professoren haben dort einen workshop für ca. 50 studenten veranstaltet.
wäre ich im voraus zu dem informationstreffen gegangen, oder hätte mir zumindest den zettel durchgelesen, der, sogar auf englisch, überall in der uni an den wänden hing, hätte ich gewusst, dass es sich bei der veranstalung um einen tanzworkshop handelt, gekoppelt mit einem bau-dein-eigenes-instrument-kurs, und wäre wahrscheinlich nicht mitgefahren.
so dachte ich nur: oh, zwei tage wüste, cool, ich komm mit.
pünktlich am tag vorher bin ich krank geworden. das ist etwas, das mir im nasskalten deutschen winter, mit temperaturen (mehr oder weniger deutlich) unter dem gefrierpunkt, nie passiert. und hier, wo ich gerade erst angefangen habe, darüber nachzudenken, ob ich mir eventuell eine jacke kaufen soll, habe ich plötzlich eine verstopfte nase, eine total coole whisky-stimme und ich huste wie ein alter mann.
am donnerstag gegen mittag sind wir in mitzpe ramon angekommen, untergebracht waren wir aber nicht in der stadt, sondern in einer art industriegebiet, in einem riesigen hangar. ein sehr merkwürdiger ort. draußen war es irgendwie viel zu hell, und total ausgestorben, keine autos, keine menschen, keine hunde, nichts.
drinnen haben alle total begeistert angefangen, instrumente zu bauen, ich hab stattdessen gezeichnet und mit der katze gespielt. später gabs dann einen "bewegungsworkshop", dem ich höchst skeptisch gegenüberstand. ich stand ihm tatsächlich gegenüber, mit verschränkten armen am rand des geschehens. aber ich wurde dann eingefangen und musste mitmachen. und ich war verdammt froh, als es vorbei war. der leiter des workshops war ein großer spaßvogel, und hat so viele witze auf kosten seines landes gemacht, dass es am ende nur noch ein weiterer grund zum fremdschämen war.
danach haben uns einige mitglieder der tanzgruppe eine performance geboten, aber ganz ehrlich: ich kann mit ausdruckstanz nichts anfangen. ich verstehe nicht, was die da machen, oder warum sie es machen. was sie allerdings nicht davon abgehalten hat.
als das vorbei war, gab es ein lagerfeuer, draußen, quasi in der wüste. oh, dachte ich, cool, endlich was gutes.
und dann? fings tatsächlich an zu regnen!
wir haben einen von zwei terminen im jahr erwischt, an denen es an diesem ort regnet...
betrinken, so wie die anderen, klingt doch gut, dachte ich dann. aber da mein bier aufgrund meiner völlig zuen nase nach rein gar nichts geschmeckt hat, habe ich diese idee auch wieder verworfen.
in der nacht hatten wir dann ca. 2°C draußen - und drinnen. aber komplett angezogen und mit schlafsack habe ich es irgendwie überlebt.
aber am nächsten morgen haben wir uns den grandiosen krater von mitzpe ramon angesehen, eine beeindruckende landschaft, die mich für den gesamten letzten abend entschädigt hat.
kurz bevor wie wieder in jerusalem ankamen, wurde uns noch mitgeteilt, dass wir am ende des semesters ein konzert mit unseren selbstgemachten instrumenten geben. ich kann nur hoffen, dass ich dann wieder krank bin.

a. Dass du beim Vorgespräch zur Reise nicht dabei warst, nehme ich auf meine Kappe… dafür aber haste neue Kartons gebildet ;)
AntwortenLöschenb. Deine Erkältung leider auch mein schuld, hätte dich nicht so mit'nem bloßen Hoodie querdurch die nasse Gassen der Altstadt gehen lassen. Deine Haltung "hier ist doch warm" wird sich gegen dich rechen, also es kann in Jerusalem durchaus bissig werden, und Schnee (eher alarm, aber immerhin) gibt's och gleich. Tue mir ein Gefallen, kauf dir eine warme Jacke, die auch Wasserdicht ist, die gibt es billig, du weißt wo. Halte dich Warm und trocken, bitte. Und nimm den Buss nach Bezalel, die Nr. 19 hält bei dir drüben, wenn's schüttet, ja? (soweit von deine "Jerusalemama").
c. Mit Ausdruckstanz kann ich allerdings auch nichts anfangen, 'ne gesunde Haltung unsererseits, finde ich :)
d. Hach, ich vermisse jlm already...