die erste woche an der bezalel ist vorbei, und größer könnte der unterschied zu dem, was ich gewohnt bin, gar nicht sein. von montag bis donnerstag fast täglich zwei kurse, einer von 10 bis 13, und einer von 14 bis 17 uhr, alles praktisch. drawing, painting, sculpture and anything between. donnerstags auch nochmal von 17 bis 20 uhr. und sonntag gibts theorie.
am wochenende, also freitag und samstag, ist die uni geschlossen, und damit auch die ateliers. wo beantragt man die zeit, um tatsächlich etwas zu machen?
am wochenende, also freitag und samstag, ist die uni geschlossen, und damit auch die ateliers. wo beantragt man die zeit, um tatsächlich etwas zu machen?
jennie, die für die austauschstudenten zuständig ist, gibt uns ihre handynummer, für den fall, dass irgendwas total schief läuft. allerdings mit der bitte, sie nicht nachts um 2 anzurufen, wenn es nicht wirklich, wirklich dringend ist. und mit der bitte, ihre nummer nicht an die israelischen studenten weiterzugeben, denn die scheuen sich offenbar nicht davor, mitten in der nacht zu fragen, wieviele credits es für welchen kurs gibt, und ähnlich wichtige dinge.
die organisation ist abenteuerlich hier. montag nachmittag, zeichnen in raum 777. die siebte etage war schnell gefunden, auch der flur mit dem schild "760-780". leider trägt der raum neben 774 die nummer 778. raum 777? nicht da. also, zurück zur info und fragen. "raum 777? ich weiß auch nicht, da muss ich mal eben telefonieren. -- der hausmeister sagt, der raum ist draußen." "draußen??" und tatsächlich, draußen steht eine art gewächshaus mit der raumnummer 777.
aber das komplette gegenteil kann auch passieren. dienstag, irgendein kurs in raum 623. ich stehe mit einer kleinen gruppe studenten vor raum 623 und warte. irgendwann kommt der prof und fragt "ihr wollt zu mir? ihr seid hier falsch. wir sind in raum 623." "ja, aber..." "nein, im anderen raum 623"
donnerstag nachmittag, ein kurs bei einem prof, der mir schon in deutschland dringend empfohlen wurde. nicht gelistet im vorlesungsverzeichnis für uns ausländer, da nur auf hebräisch. ich gehe trotzdem hin, in der hoffnung, mich heimlich, still und leise dazu setzen zu können und nicht weiter aufzufallen, aufgrund mangelnder sprachkenntnisse. guter plan, nur leider scheitert er an der anzahl der kursteilnehmer: mit mir vier. ich habe aber den eindruck, dass das einer der besten kurse des ganzen semesters werden könnte.
und die bezalel ist garantiert die kunstakademie mit der besten aussicht überhaupt. gleich neben dem campus beginnt die wüste palästinas, und bei klarem wetter kann man am horizont das tote meer sehen. und vor dieser beeindruckenden kulisse auch noch ein dj auf der wiese, allerdings glaube ich, dass der eher zu dem ersti-spaß gehörte, und nächste woche verschwunden sein wird.
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