nach einigem hin- und hergetausche habe ich jetzt meinen stundenplan so zusammengebaut, dass ich zwei freie tage in der woche habe. zu jedem kurswechsel gehört ein besuch bei den netten damen im art department, die jeden studenten, der zu ihnen kommt, zunächst einmal leicht genervt ignorieren, um kaffee und kuchen weiterhin die nötige aufmerksamkeit zu widmen. wenn man dann endlich offiziell wahrgenommen wird, dreht sich eine der damen begleitet von einem tiefen seufzer zu ihrem computer um, führt die nötigen änderungen durch und druckt den neuen stundenplan aus. "noch fragen? du kannst das nicht lesen? es ist alles auf hebräisch? tja, tut mir leid. ich bin sicher, du hast ein wörterbuch."
der süßigkeitenautomat verhält sich wesentlich entgegenkommender. er hat einen lautsprecher, und bedankt sich jedes mal mit einem sehr freundlichen "toda!". ich wette, er wurde als ausgleich für die eben genannten mitarbeiterinnen angeschafft.
(ich muss aber an dieser stelle erwähnen: es gibt auch sehr nette menschen hier.)
in der altstadt habe ich am wochenende etwas entdeckt, was ich vorher wirklich noch nie gesehen habe: getrockneten joghurt. faustgroße klumpen aus einer weiß-gelben masse türmen sich zu hübschen pyramiden an manchen arabischen ständen. mir wurde erklärt, dass man dieses material nur zerkleinern und mit wasser oder milch mischen muss, dann hat man joghurt. danach wurde mir ein ameisengroßes stück zum probieren angeboten. ich habe daraufhin beschlossen, meinen joghurt doch lieber weiterhin an der kühltheke des supermarktes zu erwerben.
gestern allerdings habe ich herausgefunden, was das wirklich merkwürdigste gefühl ist, das man im mund empfinden kann. wer hat schon mal eine frische dattel gegessen? probiert's aus. es ist ein erlebnis.
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