wie man leute in jerusalem kennenlernt? nichts einfacher als das: einfach mit einem skizzenbuch hinsetzen und zeichnen. nach 5 minuten kam der erste mit seinem fahrrad an, setzt sich neben mich und fängt an zu erzählen. er wäre friseur und sein friseursalon ist gleich um die ecke. wenn ich mal lust habe, ans tote meer zu fahren, soll ich ihn anrufen, und er kommt mit. sagt's und schreibt mir seine telefonnummer mitten in die zeichnung.
kaum ist er weg, kommt der nächste. "hi, ich hab dich von der straßenbahn aus gesehen."
"ja... und?"
"nichts und. gehen wir ein bier trinken?"
"nein... es ist 10.30h vormittags..."
und ich habe gelernt, dass alles, was passiert, furchtbar israelisch ist. zumindest aus sicht der israelis. durch zufall jemanden, den man kennt, auf dem markt treffen? "wow, that's such an israelian thing!" ich bezweifle es.
die straßenbahn ist total überfüllt? "yeah, that's typical israelian style. that's how they behave, if there's something for free." auch hier weigere ich mich, das als landestypisch anzusehen...
kleine unterschiede sind mir trotzdem aufgefallen. das toilettenpapier scheint grundsätzlich mit pinken herzchen oder bärchen oder sonstwas bedruckt zu sein, die katzen reden den ganzen tag und alles wird eingefroren. brot, kaffee, zucker, spülmittel. (spülmittel??)
möglicherweise ist der letzte punkt aber auch einfach eine besonderheit meiner wg.
die vielen soldaten auf der straße habe ich vom ersten tag an als völlig normal wahrgenommen (sollte ich mir darüber gedanken machen?), was ich aber als sehr verwirrend empfand, war, dass sie soldaten, die gerade urlaub haben, zwar keine uniform tragen, aber trotzdem völlig selbstverständlich ihre waffe mit sich herumtragen.
gestern war außerdem der jährliche gasmasken-wechsel-tag. wer bis 18h seine gasmaske (jeder hat eine zuhause, und nein, ich habe keine) zur staatlichen gasmasken-wechsel-stelle bringt, kann kostenlos den filter austauschen lassen. wer's nicht schafft, muss trotzdem hin, diese woche irgendwann, muss aber dann eine gebühr bezahlen.
vorgestern war, wie bereits erwähnt, jom kippur. offenbar auch bekannt als "leere-plastikflaschen-bevölkern-die-straße-tag", zumindest im ultraorthodoxen viertel mea-shearim. damit keine informationen über diese geheimnisvolle tradition an die öffentlichkeit gelangen, wurde eigens eine kinderarmee aufgestellt.
wirklich, als ich das foto gemacht habe, ging eine gruppe von kindern, meist mit kippa und schläfenlocken, mit stöcken und spielzeug auf mich los. "no pictures, no pictures!"
daraufhin bin ich geflohen.
kaum ist er weg, kommt der nächste. "hi, ich hab dich von der straßenbahn aus gesehen."
"ja... und?"
"nichts und. gehen wir ein bier trinken?"
"nein... es ist 10.30h vormittags..."
und ich habe gelernt, dass alles, was passiert, furchtbar israelisch ist. zumindest aus sicht der israelis. durch zufall jemanden, den man kennt, auf dem markt treffen? "wow, that's such an israelian thing!" ich bezweifle es.
die straßenbahn ist total überfüllt? "yeah, that's typical israelian style. that's how they behave, if there's something for free." auch hier weigere ich mich, das als landestypisch anzusehen...
kleine unterschiede sind mir trotzdem aufgefallen. das toilettenpapier scheint grundsätzlich mit pinken herzchen oder bärchen oder sonstwas bedruckt zu sein, die katzen reden den ganzen tag und alles wird eingefroren. brot, kaffee, zucker, spülmittel. (spülmittel??)
möglicherweise ist der letzte punkt aber auch einfach eine besonderheit meiner wg.
die vielen soldaten auf der straße habe ich vom ersten tag an als völlig normal wahrgenommen (sollte ich mir darüber gedanken machen?), was ich aber als sehr verwirrend empfand, war, dass sie soldaten, die gerade urlaub haben, zwar keine uniform tragen, aber trotzdem völlig selbstverständlich ihre waffe mit sich herumtragen.
gestern war außerdem der jährliche gasmasken-wechsel-tag. wer bis 18h seine gasmaske (jeder hat eine zuhause, und nein, ich habe keine) zur staatlichen gasmasken-wechsel-stelle bringt, kann kostenlos den filter austauschen lassen. wer's nicht schafft, muss trotzdem hin, diese woche irgendwann, muss aber dann eine gebühr bezahlen.
vorgestern war, wie bereits erwähnt, jom kippur. offenbar auch bekannt als "leere-plastikflaschen-bevölkern-die-straße-tag", zumindest im ultraorthodoxen viertel mea-shearim. damit keine informationen über diese geheimnisvolle tradition an die öffentlichkeit gelangen, wurde eigens eine kinderarmee aufgestellt.
wirklich, als ich das foto gemacht habe, ging eine gruppe von kindern, meist mit kippa und schläfenlocken, mit stöcken und spielzeug auf mich los. "no pictures, no pictures!"
daraufhin bin ich geflohen.

we need to hang out
AntwortenLöschenDas ist ein lustiges Post! Ich liebe diese zusammengesammelt kurze Beobachtungen :)
AntwortenLöschen"Spülmittel. (spülmittel??)" LOL, noch nie davon gehört. Vielleicht ist was anderes drin, in der Verpackung?
Das mit der Waffe lässt sich schnell erklären: du bist mit dem Ding "Verheiratet" wenn du es verlierst oder es wird geklaut landest du sofort im Knast. Deswegen bevorzugen manche, sie immer "am Mann" zu haben. (Frauen schnallen das Ding ans Bett o.ä.).
Gasmasken als Alltag. Wie schrecklich, mit so eine Drohung zu leben, aber auch, sie gegen das Volk als Kontroll- und Abschreckungsmittel zu nutzen...
Und das mit den sprechenden Katzen habe ich dir auch schnell mal auf die Treppen in Ethiopia St. erklärt, weisst du noch? Die Menschen reden eher sehr viel mehr, darunter auch mit den Katzen. Also, kann das sein, dass jüdisch-israelische Katzen eine höhere Kommunikationsgrad erreicht haben? Merkst du es wie sie alle reden? Und verstehst du, was sie sagen?
Das Bild sieht für mich wie eine dokumentierte Kunstinstallation aus, findest du nicht? So merkwürdig, als hätte jemand es extra hingetan. Die wahre Gründe dafür willst du aber nicht wissen, sage ich mal.