Samstag, 17. Dezember 2011

schüsse, stacheldraht, polizei und: in jerusalem können lahme wieder gehen.

gestern habe ich den tag mit einem meiner profs und einer handvoll studenten im norden von israel verbracht, wo wir zwei künstler besucht und sie für ein dokuprojekt interviewt haben. beide wohnen in zwei unterschiedlichen kibbuzim, eins davon direkt an der grenze zu jordanien. 
 
die kibbuzim machen teilweise den eindruck von einer großen hotelanlage, mit vielen kleinen, gleichen häuschen und palmen. teilweise haben sie aber auch den flair von trailer-park-trash, nur eben ohne trailer. besonders das kibbuz an der grenze wirkte so auf mich, wohl vor allem deshalb, weil es zur hälfte leer stand. rostige kinderfahrräder und umgekippte möbel vor den häusern, und hier und da gibt es gaffitigeschmückte eingänge zu luftschutzbunkern.
 
"das ist die grenze zu jordanien. siehst du die gelben schilder hinter dem stacheldraht direkt neben dir? darauf steht: "achtung, minen". ach, und mach dir keine gedanken über die schüsse, die die ganze zeit fallen. die schießen nur auf vögel, die ihre fischzuchtbecken leerfressen."
und nicht einmal die katzen zucken bei den schüssen zusammen.
 
am rande des kibbuz leben ein paar menschen aus einem südostasiatischen land, das ich nicht näher bestimmen kann, und waren gerade dabei, zwei hähne auf einen kampf vorzubereiten. später fuhren sie in einem gefährt, was man normalerweise auf golfplätzen findet, an uns vorbei, zum teil mit skimützen und sonnenbrillen. 
 
auf dem rückweg bin ich in tel aviv statt in jerusalem gelandet, aber so ein unverhoffter spaziergang am dunklen strand ist nicht das schlechteste, was einem am abend passieren kann. 
 
heute wurde wegen einer vergessenen tasche und unter einem großaufgebot an sicherheitskräften und polizei ein teil der yafo-straße gesperrt. aber da ich mich nicht als schaulustige outen wollte, bin ich gegangen und weiß nichts näheres zu berichten. 
 
aber, mein lieber obdachloser bettler auf meinem rückweg: wenn du zwischendurch aufstehst, ein paar schritte gehst, und dich streckst, weil es dir in deinem rollstuhl zu unbequem ist, macht das deine vorstellung nicht unbedingt glaubwürdiger...

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