der satz "da gibt es nur verrückte" wurde mir mehrfach gesagt, sogar mein hebräischbuch hat davor nicht halt gemacht. aber ich habe das für total übertrieben gehalten.
bis heute.
ich haber mir im voraus keine genauen gedanken darüber gemacht, wie der erste abend in dieser stadt aussehen könnte, und ich habe ganz bestimmt nicht damit gerechnet, in einer norwegisch-christlichen bibelstunde zu landen.
aber genau das ist passiert. mein übergangsmitbewohner hat mich am jaffator abgeholt, mich durch die gassen der altstadt nach "hause" gebracht, mir gerade mal genug zeit gelassen, meinen rucksack in die ecke zu stellen, und sagte dann "der plan für heute ist: erst ein konzert und dann gehen wir zu einem coolen ort, wo man rumhängen kann".
das war kein angebot, das war eher "keine widerrede!".
nach gefühlten stunden zu fuß durch die stadt mussten wir feststellen, dass es das konzert nicht gab, also los, weiter, zu dem "coolen ort".
und naja, das war ein norwegisches glaubenszentrum.
dass es sowas wie eine laptoptasche gibt, in der man seine bibel verstauen kann, war mir neu. auch dass man auf norwegisch "hallelüja" sagt.
als gebetet wurde, haben die (zumeist älteren) frauen (die übrigens alle irgendeine art von freiwilligendienst in jerusalem leisten) immer ganz leise "jesus, ja jesus" gezischelt, ganz schön spooky.
danach gabs kuchen als entschädigung. (wobei ich möglicherweise die einzige bin, die das als "entschädigung" angesehen hat.)
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